SG Sommer Cup soll zum festen Termin werden

22. August 2026

Hochkarätiges Handball-Turnier

Die SG Handball Ibbenbüren hat erstmals den SG Sommer Cup ausgerichtet. Fünf Mannschaften aus drei Leistungsklassen trafen in der Sporthalle Ost aufeinander. Der Verein möchte den Handball in Ibbenbüren wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Gerold Lang (beim Wurf) und die Herren der SGH Ibbenbüren traten beim SG Sommer Cup gegen vier höherklassige Teams an. Dieser Cup soll zu einem jährlichen Event werden. | Foto: Marco Westphal

Zum ersten Mal lud die SGH zu einem Vorbereitungsturnier ein und brachte dabei ein bemerkenswertes Teilnehmerfeld zusammen. Mit der Ahlener SG und den Sportfreunden Loxten waren zwei Drittligisten dabei, dazu die Regionalligisten TSG Harsewinkel und ASV Hamm-Westfalen II. Komplettiert wurde das Feld vom Gastgeber aus Ibbenbüren.

Die Idee für das Turnier war dabei nicht völlig neu. Bereits der frühere sportliche Leiter Markus Wedderhoff hatte einen solchen Cup ins Auge gefasst. Nun wurde der Gedanke wieder aufgegriffen und konkret umgesetzt. Der erste Schritt war die Suche nach einem passenden Termin. „Man fängt dann erstmal an, man braucht einen Termin“, erklärt der sportliche Leiter und Organisator Hendrik Peters. Der 15. August wurde schließlich festgelegt, unter Berücksichtigung der Hallenbelegung, und der Stadt Ibbenbüren. Danach ging es darum, geeignete Mannschaften zu gewinnen. Besonders hilfreich waren dabei bestehende Kontakte in der Region. Zu den Sportfreunden Loxten bestand bereits eine Verbindung, ebenso zur TSG Harsewinkel. Beide Mannschaften sagten schnell zu. Anschließend war klar: Ein weiterer Drittligist sollte das Teilnehmerfeld aufwerten.

„Man muss mal wieder in die Öffentlichkeit rücken, dass wir ein riesengroßer Handballkreis sind.“

Hendrik Peters, sportlicher Leiter der SGH Ibbenbüren

Aus der ursprünglichen Überlegung eines Halbfinal- und Finalturniers wurde schließlich ein anderes Format. „Dann haben wir gesagt: Komm, wir suchen mal noch eine Mannschaft, dann machen wir einfach ein Turnier und eine einfache Runde“, beschreibt Peters die Entscheidung. Mit dem ASV Hamm-Westfalen II war das Feld schließlich komplett. Doch der SG Sommer Cup soll nicht nur sportlich attraktiv sein. Für die SGH steckt dahinter auch ein Stück Standortpolitik. „Man muss mal wieder in die Öffentlichkeit rücken, dass wir ein riesengroßer Handballkreis sind“, lautet die Idee hinter dem Turnier.

Der Verein sieht dabei durchaus eine Entwicklung, die Anlass zur Sorge gibt. In Ibbenbüren hat der Basketball zuletzt deutlich an öffentlicher Aufmerksamkeit gewonnen. Der Handball möchte dagegen wieder stärker sichtbar werden. Auch die Veränderungen und Fusionen im lokalen Handball hätten Spuren hinterlassen. Der Sommer Cup soll dabei ein erster Schritt sein, den Handball wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen in Ibbenbüren zu bringen.

Dass ein Turnier dieser Größenordnung nicht von allein funktioniert, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Helfer werden für die Cafeteria, die Zeitnahme, die Organisation, Fotos, Getränke und weitere Aufgaben benötigt. Auch die Schiedsrichter kommen aus der Region. Dabei hat sich die SGH bewusst gegen eine überdimensionierte Veranstaltung entschieden.

„So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, beschreibt der Peters das Konzept. Statt eines riesigen Rahmenprogramms konzentrierte sich die SGH auf das Wesentliche. Auch beim Catering wurde bewusst einfach geplant. Hotdogs zum Selbstbelegen beispielsweise reduzieren den personellen Aufwand. Denn gerade im Ehrenamt ist die Personaldecke dünn. „Freiwillige Helfer, das gibt es leider auch nicht mehr“, lautet die ernüchternde Einschätzung.

SGH-Coach Sascha Zaletel (r.) stellt seine
Jungs auch in Einzelgesprächen auf den
Gegner ein. | Foto: Marco Westphal

Umso wichtiger war es, die vorhandenen Kräfte gezielt einzusetzen. Ganz ohne Einschränkungen verlief die Premiere allerdings nicht. Bei den Zuschauerzahlen blieb noch Luft nach oben. Dabei spielen die Rahmenbedingungen eine Rolle: Ferienzeit und hochsommerliches Wetter machten es nicht unbedingt einfacher, ein großes Publikum in die Halle zu locken.

Trotzdem fällt das Fazit der SGH positiv aus. „Für das erste Mal bin ich auf jeden Fall sehr gut zufrieden.“ Der Sommer Cup soll deshalb offenbar keine einmalige Veranstaltung bleiben. Ob und in welcher Form es 2027 weitergeht, ist noch offen. Entscheidend ist zunächst die Erfahrung aus der Premiere. Das Potenzial dafür ist vorhanden. Auch sportlich hat die SGH klare Vorstellungen. Der Verein verpasste zuletzt den Aufstieg nur knapp und geht nun mit einem neuen Trainerteam und einem deutlich veränderten Kader in die neue Saison.

Besonders auf die jungen Spieler setzt der Verein große Hoffnungen. Vier A-Jugendliche beziehungsweise junge Nachwuchskräfte seien neu hinzugekommen und hätten großes Talent. Gleichzeitig weiß man bei der SGH, dass Entwicklung Zeit braucht. „Die müssen auch erstmal rankommen und sich an den Herrenhandball gewöhnen“, heißt es. Das kurzfristige Ziel ist dennoch eindeutig: oben mitspielen. Genau deshalb ist der SG Sommer Cup für die eigene Mannschaft mehr als ein netter Vorbereitungstag. Gegen Drittligisten wie Loxten und Ahlen bekommt die SGH die Möglichkeit, sich mit einem deutlich höheren Spieltempo auseinanderzusetzen. „Wir haben ja gar nichts zu verlieren“, lautet die entspannte Ausgangslage.

Nach dem Sommer Cup wartet auf die Ibbenbürener noch ein intensives Vorbereitungsprogramm. Unter anderem stehen Testspiele gegen den Oberligisten aus Werther/Borgholzhausen, sowie Teuto Handball aus der Verbandsliga Niedersachsen auf dem Plan. Der Saisonstart wurde aufgrund des Kirmes-Wochenendes um eine Woche verschoben. Die SGH startet nun am 12. September mit einem Heimspiel gegen Vreden in die neue Verbandsligasaison.

Ergebnisse:

Ibbenbüren – Hamm 17:14

Ahlen – Harsewinkel 18:16

Hamm – Loxten 12:13

Ibbenbüren – Ahlen 15:16

Harsewinkel – Loxten 15:19

Hamm – Ahlen 15:13

Ibbenbüren – Harsewinkel 12:20

Loxten – Ahlen 16:17

Ibbenbüren – Loxten 10:19


Zu den Herren

Artikel geschrieben von Marco Westphal
In der IVZ erschienen am Sonntag, 16.08.2026