SGH-Trainer im Interview
Die SGH Ibbenbüren steht am Samstag vor dem alles entscheidenden Spiel um die Meisterschaft in der Handball-Verbandsliga. Die Anspannung ist groß, Trainer Maik König versprüht dennoch Zuversicht. Im Interview verrät er, warum.

Wer wird Meister der Handball-Verbandsliga der Männer? Am Samstagabend gibt es die Antwort. Dann steigt das alles entscheidende Spiel zwischen Verfolger SV Handball Westerholt (37:5 Punkte) und der SGH Ibbenbüren (40:4), die ein Spiel mehr ausgetragen hat. Bei einem Sieg ist die Mannschaft von Trainer Maik König Meister und Aufsteiger. Bei einer Niederlage, das Hinspiel ging bereits verloren, dürfte in puncto Meisterschaft alles „Aus“ sein. Dann muss die SGH in die Aufstiegsrelegation gegen die beiden Zweitplatzierten der anderen Verbandsliga-Staffeln. Im Ibbenbürener Lager hat man schon vor Saisonbeginn offen kommuniziert, aufsteigen zu wollen. Die Zuversicht, das Ziel zu schaffen und schon am Samstag alles klarzumachen, ist groß. Trainer Maik König erklärt, warum.
Die IVZ ist am Samstagabend vor Ort und wird per Liveticker berichten, welchen Verlauf das Spiel nimmt.
Herr König, am Samstag steigt das alles entscheidende Spiel in Westerholt. Macht sich die Anspannung schon bemerkbar?
Maik König: Ja, auf jeden Fall. Ein leichtes Kribbeln ist da, eine gewisse Anspannung lässt sich nicht verleugnen.
Alles ist möglich. Bei einem Sieg steht die SGH als Meister und Aufsteiger fest. Bei einer Niederlage wird die Mannschaft wohl in die Aufstiegsrelegation müssen. Wie groß ist der Druck für Ihre Mannschaft?
König: Naja, den Druck machen wir uns auch selbst. Wir wollen ja aufsteigen. Dieses Ziel haben wir ja auch vor Saisonbeginn schon so formuliert. Die Welt geht sicherlich nicht unter, wenn es nicht klappt. Aus sportlicher Sicht wollen wir es aber schaffen. Und das haben alle vor Augen.
Wie läuft die Vorbereitung auf dieses Spiel, ´business as usual‘, oder machen Sie doch irgendetwas anders?
König: Nein, da ist eher business as usual angesagt. Wir trainieren ganz normal Dienstag und Donnerstag. Meine Co-Trainer und ich bereiten uns auch per Videostudium auf den Gegner vor und teilen das dann der Mannschaft mit. So sind wir in der Saison immer gut gefahren und werden es so auch in dieser Woche mache
„Die Jungs wollen es diesmal gegen Westerholt besser machen, und ich bin überzeugt, dass sie es auch tun werden.“
Trainer Maik König
Das Hinspiel hat die SGH in eigener Halle mit 21:22 verloren. Warum läuft es am Samstag anders? Worauf wird es Ihrer Meinung nach ankommen?
König: Wir müssen einfach die Fehler in der Schlussphase vermeiden. Im Hinspiel haben wir ja lange geführt, auch in der Schlussphase noch mit zwei Toren. Dann sind wir irgendwie nervös geworden, haben zahlreiche Großchancen liegen lassen und auch einen Siebenmeter verworfen. Die Niederlage war nicht nötig. Da müssen wir abgezockter und selbstbewusster auftreten. Das haben wir seitdem auch getan, die Jungs haben daraus gelernt. In Spielen, in denen es enger war, hat die Mannschaft die Ruhe bewahrt und entscheidende Tore erzielt. Die Jungs wollen es diesmal gegen Westerholt besser machen, und ich bin überzeugt, dass sie es auch tun werden.
Wie ist die Stimmung in der Kabine in dieser Woche – eher fokussiert-ruhig oder angespannt?
König: Da würde ich auf jeden Fall sagen, eher fokussiert-ruhig. Nervosität habe ich nicht bemerkt.
Ist die mögliche Meisterschaft ein Thema oder blenden Sie es komplett aus?
König: Das ist auf jeden Fall ein Thema. Natürlich. Zuletzt haben wir immer von Spiel zu Spiel geschaut. Jetzt steht ja das alles entscheidende Spiel an. Da lässt sich das Thema Meisterschaft nicht mehr ausblenden. Es ist der letzte Schritt, und den wollen wir gehen.
Können Sie auf Unterstützung bauen, wird ein Fanbus nach Westerholt eingesetzt?
König: Ja, auf jeden Fall. Wir setzen einen Fanbus ein. Der war nach weniger als 24 Stunden voll. Außerdem machen sich viele Privat-Pkw auf den Weg. Wir dürfen uns auf große Unterstützung freuen.
Bei einem Sieg ist die SGH vorzeitig Meister. Ist da für den Abend nach der Rückkehr oder für den Sonntag schon etwas geplant?
König: Nein, wir wollen ja nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen.
Für Sie ist nach Saisonende Schluss als Trainer. Was würde die Meisterschaft für Sie persönlich bedeuten?
König: Nicht nur ich allein, auch meine Co-Trainer Nils Timmerhindrick und Patrick Möllenkamp hören ja auf. Für uns alle wäre es ein toller Abschluss. Es war ja von Anfang an unser Ziel, aufzusteigen. Da wäre es umso schöner, wenn wir es auch schaffen. Sollte es nicht klappen, können wir zumindest sagen, dass wir die Mannschaft ein Stück weit vorangebracht haben. Ich glaube schon, dass sie das Zeug zur Oberliga hat.
Artikel geschrieben von Alfred Stegemann
In der IVZ erschienen am Mittwoch, 22.04.2026

