Marieke Wiethölter beeindruckt in Westfalenauswahl

23. Januar 2026

SGH-Talent auf Erfolgskurs

Marieke Wiethölter hat den Sprung in die Westfalenauswahl geschafft. Sie trainiert dort mit Spielerinnen von Topvereinen und entwickelt sich stetig weiter. Ihr Weg zeigt, was mit Ehrgeiz im Handball möglich ist.

Marieke Wiethölter zeigt, wie sie mit ihren neu erlernten Techniken aus der Westfalenauswahl die C-Mädchen der SGH entscheidend stärkt. | Foto: Zaletel

Für Marieke Wiethölter von den C-Handball-Mädchen der SGH Ibbenbüren ist die Nominierung für die Westfalenauswahl ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt. Im Sommer wurde die 13-Jährige in den Auswahlkader berufen und trainiert seitdem gemeinsam mit Spielerinnen von Vereinen wie Borussia Dortmund oder dem VfL Herford, die auf Regionalliga-Niveau aktiv sind.

„Das ist für sie eine sehr große Ehre und zugleich eine Bestätigung ihrer Entwicklung“, lobt SGH-Trainer Sascha Zaletel das Nachwuchstalent. „Sie ist unglaublich fleißig, sehr diszipliniert und extrem motiviert. Marieke geht die Dinge sehr fokussiert an und hat sich in den vergangenen Monaten noch einmal enorm weiterentwickelt.“

Dass sie diesen Schritt gehen konnte, ist das Ergebnis einer schnellen Entwicklung. Erst im vergangenen Jahr wechselte Wiethölter vom TuS Recke zur SGH Ibbenbüren. Dort setzte sie sich sofort durch und erreichte mit ihrem Team einen Startplatz für das Oberliga-Qualifikationsturnier. Zwar reichte es dort „nur“ zu Platz drei, doch damit sicherte sich die Mannschaft den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse im C-Mädchen-Handball. Diese starke Leistung wurde zusätzlich belohnt: Die Mannschaft wurde bei der IVZ-Sportlerwahl 2025 zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt.

Ich bin ehrlich froh, dass sie kein Fußball spielen

Mariekes fußballverrückter Vater Marc Wiethölter darüber, dass seine Töchter Handball statt Fußball spielen.

Zaletel lobt dabei auch die hervorragende Arbeit ihres Heimatvereins TuS Recke. „Sie hat in den vergangenen zwölf Monaten bei uns einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, aber die Grundlagen wurden in Recke gelegt. Da möchten wir uns keinesfalls mit fremden Federn schmücken.“ Sowohl Zaletel als auch Vater Marc Wiethölter heben dabei die engagierte Trainerleistung von Jule Lyding, Nadine Kriegel und Sandy Schmitz-Höhne hervor, die Marieke in ihrer Jugend in Recke stets gefördert haben.

Auf dem Feld ist Wiethölter längst zu einer wichtigen Säule im Spiel der C-Mädchen geworden. Sie kommt sowohl im Rückraum als auch am Kreis zum Einsatz. „Sie ist sehr stark im Angriff, hat ein gutes Eins-gegen-Eins und mittlerweile eine sehr gute Spielübersicht“, beschreibt Zaletel ihre Stärken. Auch defensiv weiß sie zu überzeugen und ist auf mehreren Positionen einsetzbar. Um ihre Ausbildung weiter zu fördern, wird sie zeitweise auch auf der linken Außenbahn eingesetzt.

Auch abseits des Ligaalltags stellt die Westfalenauswahl für Wiethölter eine neue sportliche Herausforderung dar. Dort merkt sie schnell, dass Intensität und Leistungsdichte noch einmal deutlich höher sind als im Vereinsbetrieb. „Es ist schon relativ intensiv, aber eine tolle Erfahrung. Dadurch ist der Leistungsdruck auch viel größer“, beschreibt die 13-Jährige die Unterschiede.

Dennoch findet sie sich mit der Zeit immer besser zurecht – sowohl spielerisch als auch innerhalb des Teams. „Ich kann da teilweise schon echt gut mithalten und bin inzwischen auch schon länger dabei. Ich habe dort auch gute Freunde gefunden, aber es ist trotzdem sehr anspruchsvoll, sich auf diesem Niveau zu messen.“ Dabei lernt sie auch immer mehr in Taktik und Technik, was ihr wiederum im Ligaalltag hilft: „Uns wird immer viel und genau erklärt, worauf wir achten sollen. Das kann ich auch im Verein echt gut umsetzen. Wir bekommen oft Hausaufgaben mit nach Hause, die ich mir dann noch einmal anschaue, zum Beispiel verschiedene Eins-gegen-Eins-Techniken, die ich anschließend im Training versuche umzusetzen.“

SGH-Spielerin Marieke Wiethölter sammelt
nun auch Erfahrung in der Westfalenauswahl.
Foto: Zaletel

Auch ihr Trainer merkt, wie sehr Marieke in der Zwischenzeit dazugelernt hat und welche Qualitäten sie mitbringt: „Man merkt ihr an, dass sie seit gut einem Jahr im Stützpunkt trainiert. Sie bringt fast jede Woche neue Dinge ins Training ein, und man sieht deutlich, dass sie dort anders trainiert wird als bei uns.“

Bei all dem, was um sie herum passiert, bleibt die 13-Jährige dennoch bodenständig. „Sie will gar nicht im Mittelpunkt stehen. Sie ist halt Mannschaftsspielerin und sagt, dass sie das nicht alleine geschafft hat“, erklärt ihr Vater Marc Wiethölter. Die Familie ist besonders stolz auf das, was sie mit Ehrgeiz und Fleiß erreicht hat – auch wenn ihr fußballverrückter Vater nun zwei Töchter hat, die beide hervorragende Handballspielerinnen sind. „Ich bin ehrlich froh, dass sie kein Fußball spielen“, sagt er schmunzelnd.

Ganz ohne viel Einsatz und die Unterstützung der Eltern wäre das nicht möglich. „Einer von uns beiden fährt eigentlich immer mit. Ich bin Sportler durch und durch und sitze gerne in der Halle, um meine Mädels beim Training oder bei Spielen zu sehen“, sagt Papa Marc Wiethölter stolz darüber, dass seine beiden Töchter so guten Handball spielen.

Was die Zukunft angeht, möchte Marieke zunächst alles auf sich zukommen lassen. „Wenn ein Angebot kommt, würde ich erstmal schauen, wie weit die Entfernung ist, gerade was die Fahrten angeht. Ich bin dem nicht abgeneigt, aber ich muss dann sehen“, hält sie sich zunächst zurück. Sascha Zaletel hingegen hat im Verein schon den nächsten Schritt für die 13-Jährige geplant: „Sie wird in der kommenden Saison ein Jahr früher als geplant in die B-Jugend hochgezogen. Damit ist sie im Grunde ein Jahr jünger als die anderen Spielerinnen. Ich glaube, wenn sie weiter so fleißig und konzentriert trainiert, stehen ihr viele Türen offen. Ibbenbüren könnte dabei nur eine Durchgangsstation sein – die Zukunft wird es zeigen“, lässt der Jugend-Coach alle Optionen offen.


Zur Mannschaft

Artikel geschrieben von Tizian Hohnhorst
In der IVZ erschienen am Dienstag, 20.01.2026